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Gibt es eine Hitzeversicherung?

Hitzesommer werden häufiger, Schäden durch Hitze und Trockenheit nehmen zu. Wir erklären, welche Versicherung im Schadenfall wirklich einspringt.

Kurze Antwort: Nein. Eine eigenständige „Hitzeversicherung“ für Privathaushalte gibt es in Deutschland bisher nicht. Hitzeschäden sind aber trotzdem nicht automatisch unversichert – je nach Schadenbild greift eine bestehende Police, oft über einen Zusatzbaustein.

Welche Versicherung zahlt bei welchem Hitzeschaden?

Die Übersicht zeigt typische Schäden aus Hitzeperioden und wer dafür üblicherweise aufkommt. Entscheidend ist immer die konkrete Police – Bedingungen unterscheiden sich von Tarif zu Tarif.

SchadenZuständige VersicherungVersichert?
Starkregen nach Hitzewelle flutet KellerWohngebäude / Hausrat mit ElementarbausteinJa, mit Baustein
Rückstau aus der KanalisationElementarbaustein, oft nur mit RückstausicherungMeist, mit Auflagen
Risse im Mauerwerk durch ausgetrockneten Boden (Setzrisse)Elementarbaustein: „Erdsenkung“ nur bei natürlicher UrsacheSelten
Dachpappe, Fugen oder Anstrich durch Hitze beschädigtGilt als Abnutzung / VerschleißNein
Blitzschlag oder Überspannung bei HitzegewitterWohngebäude (Blitz), Hausrat mit ÜberspannungsschutzJa
Sturm- und Hagelschäden bei SommerunwetterWohngebäude / Hausrat, Kfz-TeilkaskoJa
Auto: Lack, Reifen, Innenraum durch HitzeKfz-VersicherungNein
Ernteausfall durch Dürre (Landwirtschaft)Mehrgefahrenversicherung für LandwirteJa, gesondert
Krankheit, Hitzschlag, ArbeitsunfähigkeitKrankenversicherung, ggf. BerufsunfähigkeitsversicherungJa
Urlaub abgebrochen wegen HitzewarnungReiserücktritt / ReiseabbruchIn der Regel nicht

Ausführlich: Welche Versicherung zahlt bei Hitze – alle Fälle im Detail

Warum es noch keine Hitzeversicherung gibt

Versicherer sichern Risiken ab, die plötzlich, unvorhersehbar und klar messbar eintreten. Hitze ist schleichend: Ein Dach altert schneller, ein Boden trocknet aus, ein Mensch erschöpft über Wochen. Wo Schaden und Ursache schwer zu trennen sind, gibt es keine klassische Police.

Anders sieht es bei sogenannten parametrischen Versicherungen aus. Sie zahlen automatisch einen festen Betrag, wenn ein Messwert überschritten wird – etwa mehrere Tage über 40 °C. Solche Produkte gibt es bereits für Arbeiterinnen in Indien und für Landwirte in Afrika. In Deutschland werden sie für Kommunen und Betriebe diskutiert. Wir beobachten die Entwicklung und aktualisieren diese Seite, sobald ein Angebot für Privathaushalte verfügbar ist.

Was Sie heute tun können

Drei Schritte, mit denen Sie die meisten hitzebedingten Risiken abdecken:

  1. Elementarbaustein prüfen. Nur etwas mehr als die Hälfte der Gebäude in Deutschland ist gegen Starkregen und Überschwemmung versichert. Ein Blick in Ihre Police lohnt sich. Zum Ratgeber Elementarschadenversicherung
  2. Gebäude vorbeugend schützen. Rückstauklappe, Sonnenschutz und Dämmung verhindern Schäden, die keine Versicherung übernimmt. Zum Ratgeber Hitzeschutz zuhause
  3. Gesundheit absichern. Wer körperlich im Freien arbeitet, sollte seine Berufsunfähigkeitsversicherung und Unfallversicherung kennen.

Ratgeber

Über diese Seite

hitzeversicherung.de ist ein unabhängiges Informationsangebot von Thomas Puchta aus Hamburg. Die Seite beantwortet eine Frage, die mit jedem Hitzesommer häufiger gestellt wird: Wer zahlt eigentlich, wenn Hitze Schäden anrichtet? Wir recherchieren die Antworten in den Versicherungsbedingungen und bei Verbraucherzentralen, ohne selbst Versicherungen zu vermitteln oder zu beraten.

Finanziert wird die Seite über Werbelinks zu Vergleichsportalen und Online-Händlern, die stets mit einem Sternchen (*) gekennzeichnet sind. Die Auswahl der Themen und die Bewertung der Versicherungen bleiben davon unberührt. Fragen, Hinweise und Korrekturen erreichen uns über die im Impressum genannte E-Mail-Adresse.

Zuletzt aktualisiert: September 2026